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Elfriede Jelinek , Im Abseits - Nobelvorlesung:

... Na ja, dann: alle mal herh?ren! Wer nicht h?ren will, mu? sprechen, ohne geh?rt zu werden. Fast alle werden nicht geh?rt, obwohl sie sprechen. Ich werde geh?rt, obwohl mir meine Sprache nicht geh?rt, obwohl ich sie kaum noch sehen kann. Man sagt ihr vieles nach. So mu? sie selber nicht mehr viel sagen, auch gut. Man h?rt ihr nach, wie sie langsam nachspricht, w?hrend irgendwo ein roter Knopf gedr?ckt wird, der eine schreckliche Explosion ausl?st. Es bleibt nur noch ?brig zu sagen: Vater unser, der du bist. Sie kann nicht mich damit meinen, obwohl ich schlie?lich meiner Sprache Vater, also: Mutter bin. Ich bin der Vater meiner Muttersprache. Die Muttersprache war von Anfang an schon da, sie war in mir, aber kein Vater war da, der dazugeh?rig gewesen w?re. Meine Sprache war oft ungeh?rig, das wurde mir deutlich zu verstehen gegeben, aber ich wollte es nicht verstehen. Meine Schuld. Der Vater hat mitsamt der Muttersprache diese Kleinfamilie verlassen. Recht hatte er. Ich w?re an seiner Stelle auch nicht geblieben. Meine Muttersprache ist jetzt dem Vater nachgegangen, sie ist fort. ...

aus: Elfriede Jelinek - Nobelvorlesung (eingesehen am 17.02.2005)
17.2.05 20:56
 



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