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Hiromi Kawakami, Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß. Eine Liebesgeschichte

Das Watt (ein Traum)

Draußen vor dem Fenster rauschte etwas. Ein Kampferbaum. Es hörte sich an wie Komm, komm! oder Wer, wer? Ich steckte den Kopf aus dem weit geöffneten Fenster und sah hinaus. Kleine Vögel huschten durch die Zweige, so schnell, dass ich sie nicht richtig erkennen konnte. Doch da sich bei jedem Aufflatter die Blätter bewegten, wusste ich, sie waren da.
Im Garten des Sensei war in einem der Kirschbäume in jener Nacht auch ein Vogel gewesen. Er hatte ein paarmal mit den Flügeln geschlagen, dann war Stille eingekehrt. Die Vögel im Kampferbaum aber kamen nicht zur Ruhe. Sie flatterten und flatterten. Und jedesmal raschelte es Komm, komm!
Ich hatte den Sensei schon seit geraumer Zeit nicht mehr gesehen. Nicht einmal bei Satoru war mir der vertraute Anblick seines Rückens am Tresen begegnet.
Während ich dem Komm, komm! des Kampferbaums lauschte, bekam ich Lust, am Abend zu Satoru zu gehen. Die Saubohnen-Saison war zwar vorüber, dafür gab es sicher schon die ersten jungen Sojaböhnchen. Unaufhörlich raschelten die kleinen Vögel im Kampferbaum.


in: Hiromi Kawakami, Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß. Eine Liebesgeschichte, Hanser 2008, S. 143
2.8.08 19:05
 



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